Mai 1999 wie ich meine Familie fand
Herrchen und Frauchen haben mit Ihrem Neufi Teddy (Massa vom Hahnenberg) einen Ausflug zu meiner Züchterin gemacht. Ihre Neufi-Hündin Iskia vom Hahnenberg, war ein paar Monate vorher gestorben.
Es wurde ausgiebig geklönt und Frauchen erwähnte, dass sie später einmal einen braunen Neufi haben möchte.
Frau Ziesemer sagte, dass sie gerade Welpen hat und das auch braune dabei sind. Frauchen musste natürlich gleich gucken gehen, sie hatte noch keine kleinen braunen gesehen. Herrchen ging vorsichtshalber zum Auto. Er ahnte wohl schon etwas.
Wir waren 3 braune. Eine Hündin ein riesiger Rüde und ich.
Frauchen wollte Herrchen unbedingt die süßen Kleinen zeigen, wir waren gerade 6 Wochen alt. Natürlich kam Herrchen dann auch gucken. Frauchen hielt uns die Hand hin und alle kamen zum nuckeln. Ich war mit abstand der kleinste und musste ganz schön kämpfen um nach vorne zu kommen. Sog dann nur einmal, es kam aber nichts, und wollte dann lieber spielen.
Am nächsten Morgen, nach langen Überlegungen, hat Herrchen dann bei Frau Ziesemer angerufen und nach einem braunen Rüden gefragt. Sie sagte, dass nur noch der braune Zwerg zu haben sei, und dass sie nicht weiß ob ich durchkomme (was hat sie bloß gemeint?) Aber das war Herrchen egal. Er sagte, dass ich schließlich auch ein Neufi sei. Frauchen mochte mich sowieso gleich am liebsten.
Ein paar Wochen später bin ich dann umgezogen.
August 1999 blöder Vogel
ich war gerade 5 Monate alt und ging mit meinem Herrchen spazieren. Auf einmal sah ich vor mir auf einem Zaun ein ganz komisches Ding.
Es hatte nur zwei Beine und keine Arme – ein Mensch war es also nicht. Vorsichtshalber bin ich laut bellend darauf zugerannt. Denkt euch nur was dann geschah! Dieses Ding fing an zu fliegen, genau auf mich zu. Da hab ich aber schnell meine Beine in die Hand genommen und mich hinter Herrchen versteckt. So 1 1/2 Meter vor Herrchen hat das Ding abgedreht. Mensch hatte ich angst.
Mein Herrchen hat mir dann erzählt, dass es ein Milan war.
Für kurze Zeit hatte ich sogar Angst vor den Kanarienvögeln bei Herrchens Eltern. Das hat sich aber gegeben und ich finde es jetzt toll Krähen zu jagen, aber das darf ich ja nicht.
September1999 Spezial-Zuchtschau in Schneverdingen
heute war ich zum ersten mal bei einer Ausstellung. Das war vielleicht aufregend. Frauchen hat mich bevor wir losgefahren sind gründlich gebürstet. Da waren ganz viele Neufis, alle sahen “feingemacht” aus. 4 Geschwister von mir waren auch da ( zwei Brüder und zwei Schwestern). Wir hatten uns richtig viel zu erzählen.
Wir wurden aufgerufen und mussten im Kreis laufen, die Zähne wurden angeguckt etc. Frauchen sagt ich habe es ganz toll gemacht. Dabei habe ich mich zwischendurch hingesetzt und mich ganz toll gekratzt. Es war einfach zu aufregend.
Nachdem wir alle bewertet waren, stellten wir uns im Kreis auf und die Richterin sagte ein paar Worte über uns. Ich fand es komisch, dass sie immer Hündin zu mir gesagt hat. Ich habe gleich im Richterbericht nachgesehen, ob da auch Hündin steht aber da ist alles in Ordnung.
Wir haben dann alle ein Urkunde und einen Zinnbecher bekommen. Ich hoffe, dass ich meine Geschwister noch öfter wiedersehe.
Juli 2000 Erziehungskurs
jetzt kann ich meine Samstage hoffentlich wieder genießen. 10 Wochen lang sind wir jedes Wochenende zum Hundeplatz gefahren. Frauchen und ich haben dort an einem Erziehungskurs teilgenommen. Ich fand das ganz schön anstrengend.
Wir mussten andauernd “sitz” und “platz” machen, oder “bei Fuß” gehen. Am schlimmsten war, dass wir sitzen oder liegen bleiben mussten wenn unsere Herrchen und Frauchen weggegangen sind.
Heute war die beste Übungsstunde. Wir sind spazieren gegangen. Mir wurde ganz anders, als Frauchen mich an einem Laternenfahl festgebunden hat und dann weggegangen ist. Ich habe mich dann einfach hingesetzt und gewartet, dass sie wiederkommt. Fußgänger und andere Hunde haben mich gar nicht interessiert.
Zum Abschluss haben wir dann eine Urkunde bekommen
Januar 2001 Gehorsamstest
Frauchen war mit mir auf dem Hundeplatz. Sie sagte mir das heute ein besonderer Tag ist.
Es war alles ganz anders als sonst. Wir haben nicht alle zusammen geübt, sondern mussten einzeln auf den Platz. Während einer von uns geübt hat, musste ein anderer die ganze Zeit still liegen bleiben. Außerdem stand da ein Mann mit einem Block in der Hand, der sich Notizen gemacht hat.
Ich war ganz kribbelig und habe ständig gefiept. Als wir endlich dran waren, hatte ich keine große Lust “bei Fuß” zugehen. Der Schnee war viel interessanter als das, was Frauchen mir gesagt hat. Ich wollte mich so gern wälzen, aber ich durfte nicht. Das Ablegen war mir auch zu langweilig, ich habe mich nach einer Weile einfach gesetzt.
Zum Schluss mussten wir zu dem Mann gehen. Er hat Frauchen gratuliert und gesagt, dass wir die Prüfung bestanden haben. Es gab dann auch noch eine Urkunde. Ich war richtig stolz, dabei habe ich heute gar nicht so gut gehorcht wie sonst.
Mai 2001 Besuch
Heute hatten wir Besuch von einer kleinen Neufi-Dame. Sie heißt Cassy und ist 8 Wochen und 5 Tage alt. Sie gehört zu Kalle und Petra und ist ein ganz süßes Baby. Schade, dass sie noch so klein ist. Wir hätten gerne mit Ihr gespielt.
Ich bin schon neugierig, wie sie aussieht, wenn wir uns das nächste mal sehen. Dann können wir bestimmt schon richtig toben.
Herrchen hat auch fotografiert. Da kommen bestimmt einige in die Bildergalerie.
September 2001 Einsam und verlassen
Dies Wochenende waren wir Cassy besuchen. Frauchen hat mir erzählt, das Justy am Samstag ausgestellt wird. Ich finde das ganz gemein….immer nur Justy und was ist mit mir? Ich dacht, dass ich dann wieder alleine im Auto warten muss. Dabei habe ich Justy bei der letzten Ausstellung doch nur gerufen, weil ich ihn nicht mehr sehen konnte. Ist doch logisch bei dem Gedränge in der Reithalle, oder?
Es kam viel schlimmer!!! Frauchen, Herrchen und Justy sind ohne mich weggefahren. So eine Gemeinheit!!! Ich musste bei Cassy bleiben. Ich hab dann erst mal ein bisschen gejammert. Obwohl…. so schlimm war das eigentlich gar nicht. Aber dann sind Cassy und ihre Besitzer auch verschwunden. Moni und Benny, ihr Mischling, haben auf mich und die Kinder aufgepasst. Das konnte ich mir nicht gefallen lassen.
Ich habe das ganze Haus und den Garten abgesucht, aber sie waren tatsächlich alle weg. Könnt ihr euch das vorstellen? Ich habe sie gaaaanz lange gerufen ( so von 1/2 9 Uhr bis 16.00 Uhr) und bin immer wieder nachsehen gegangen. Gott sei dank waren am Nachmittag alle wieder da. Ich hab mich vor Freude kaum wieder eingekriegt. Ich weiß allerdings nicht warum Moni so genervt ausgesehen hat.
Juli 2002 Justy’s Zuchtzulassung
Heute war ein ganz aufregender Tag. Wir waren in Wietzen zur Zuchtzulassung. Ich durfte Justy begleiten und habe mir alles ganz genau angesehen. Eigentlich war alles wie bei einer ganz normalen Ausstellung, nur das im Ring eine Platte lag. Da musste sich Justy zum messen draufstellen.
Er wurde von 2 Richtern ganz genau begutachtet. Ich hatte das Gefühl, dass sie jedes Haar zweimal rumdrehen, nur um zu sehen ob alles dem Rassestandard entspricht. Justy hat sich alles ganz geduldig gefallen lassen. Für mich wäre das nichts gewesen. So lange still halten – nicht mit mir. Aber ich brauchte es auch Gott sei Dank nicht.
Ich war so aufgeregt, dass ich die ganze Zeit vor mich hin gefiept habe. Irgendwann haben mich Herrchen und Frauchen dann ins Auto gebracht, damit ich mich etwas beruhige.
Die ganze Aufregung hat mich ganz schön müde gemacht. Ich werde jetzt eine Runde schlafen, damit ich Morgen wieder fit bin.